Genetische Besonderheiten/Erbfehler

Wegen des sehr begrenzten Genpools bei der Rasse fullblood Wagyu sollte der Fakt, dass es Erbfehler gibt, beachtet aber nicht überbewertet werden. Grundvoraussetzung, Tiere zur Zucht zu verwenden, sollten als Erstes die vom jeweiligen Tier zu erwartenden positiven Eigenschaften sein. Dazu zählen u.a. die Größe, der Rahmen, die Milchleistung, die Marmorierung oder die „besondere“ Abstammung. Erst danach sollten Anpaarungen unter Beachtung der möglicherweise vorhandenen Erbfehler geplant werden. Ein Gendefekt schließt also kein Tier im Einsatz als Zuchttier aus. Selbst einige der bekanntesten Vererber sind Träger von Gendefekten. Hier einige Beispiele:

  • Itoshigenami: F11
  • Itoshigefuji: CHS
  • Fukutsuru 068: F11
  • Yasufuku JR.: CL16
  • Itomoritaka: CHS

 

Erbfehler

Bei den fünf bisher bekannten Erbfehlern handelt es sich um autosomal rezessive Erbkrankheiten. Das heißt, dass die Erbkrankheiten nur dann auftreten, wenn diese auf beiden Allelen vorhanden sind.

  • CHS (Chediak Higashi Syndrom): Hier handelt es sich um eine Störung der Makrophagen (weiße Blutkörperchen, die besonders wichtig für die Immunabwehr sind). Tiere mit CHS haben dadurch eine verminderte Immunabwehr und daher häufiger bakterielle Infektionen. Anzeichen sind eine langsamere Blutgerinnung sowie eine auffallend helle Fellfarbe. Erstes Anzeichen ist bei der Geburt eine ungewöhnliche starke Blutung im Bereich des Nabels.
  • B3 (Spherocystosis): Dies ist eine Deformierung der Oberflächenmembran der Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Rinder, die homozygot betroffen sind (also beide Kopien des rezessiven Allels haben), leiden an Anämie aufgrund der abnormen roten Blutkörperchen. Dies führt bei Kälbern oft in der ersten Woche zum Tod. Es gibt auch Fälle, die länger gelebt haben, aber zum Beispiel besonders im Wachstum schwer behindert waren.
  • CL16 (Claudin 16 - Mangel): Auch als RTD oder renale tubuläre Dysplasie bekannt. Die Anhäufung von fibrösem Gewebe führt zu einem stark erhöhten Risiko von Nierenversagen. Sie ist nicht zwingend letal. Die Erkrankung kann aber jederzeit während des Wachstums auftreten und führt dann dazu, dass die Tiere meist nicht länger als 6 Jahre alt werden.
  • F11 (Faktor XI – Mangel): Faktor XI – Mangel ist eine autosomale Erkrankung, die bei Tieren mit einer leicht erhöhten Blutungsneigung verbunden ist. Der Gerinnungsfaktor XI ist in der Wirksamkeit etwas herabgesetzt. Die betroffenen Tiere können leicht verlängerte Blutungszeiten zeigen sowie eine ungewöhnliche Plasmakoagulation nach einem Trauma oder operativen Eingriff. Diese Erbkrankheit ist nicht letal und hat keine Auswirkung auf das Leben des Tieres, das in der Regel vollkommen normal verlaufen kann.
  • F13 (FaktorXIII-Mangel):

Dieser Gendefekt ist sehr selten und daher kaum verbreitet. Sollten Tiere erkrankt sein, liegt ein starker Mangel am fibrinstabilisierenden Faktor 13 vor. Blutergüsse und Blutungen stellen typische Symptome dar, die oft an den Hintervierteln von betroffenen Kälbern auftreten. Geringste Verletzungen können Auslöser dafür sein.

Wichtig!! Es ist festzuhalten, dass die genetischen Defekte nur dann sichtbar werden und Einfluss haben, wenn die Tiere den Status „affected“ haben.

Mögliche Kombinationen:

Frei x Frei  Nachkommen Frei!

Frei x Carrier  Nachkommen 50% Frei, 50% Carrier

Carrier x Carrier  Nachkommen 25% Frei, 50% Carrier, 25% Affected

Frei x Affected  Nachkommen 100% Carrier

Carrier x Affected  Nachkommen 50% Carrier, 50% Affected

Affected x Affected  Nachkommen 100% Affected

 

Erläuterungen:

Frei/Free/F: Diese Tiere tragen den untersuchten Erbfehler nicht.

Träger/Carrier/C: Diese Tiere tragen den untersuchten Erbfehler auf einem Allel, sind äußerlich nicht von gesunden Tieren zu unterscheiden.

Erkrankt/Affected/A: Diese Tiere tragen den untersuchten Erbfehler auf beiden Allelen, sind erkrankt, der Gendefekt kann sichtbar sein.

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Die Abstammung unserer Tiere kann lückenlos nachgewiesen werden.

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